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Nordwest - Zeitung

Cloppenburg - Montag, 27. März  2006


„Eines unserer wichtigsten Kulturgüter" SPRACHE
Gemeinde Garrel übernimmt das „plattdütsches Johr" von der Gemeinde Steinfeld

VON WILFRIED LESER

Das ganze Jahr über gibt es plattdeutsche Veranstaltungen. Plattdeutsch soll auch vor dem Gemeinderat und den Ausschusssitzungen nicht halt machen.

GARREL - „Wekker wat up sick holt, die schnacket Plattdütsch", begrüßte Bürgermeister Ludger Mayhaus die Gäste am Sonnabend im Saal Niemann zur Auftaktveranstaltung des „plattdütsches Johrs". Die Gemeinde und der Heimatverein Garrel haben das „plattdütsche Johr", das auf dem Münsterlandtag 2004 "geboren" wurde, von Steinfeld übernommen.

„Plattdütsch läwt, so mott dat in use Ollenburger Münsterland in allen Familien wer wem", sagte Mayhaus. Kinder, junge und ältere Leute müssten nicht nur über die plattdeutsche Sprache reden, sondern „sei sülwes schnacken". Plattdeutsch müsse leben, es sei eines unserer wichtigsten Kulturgüter.

„Wir müssen alles dafür tun, den kommenden Generationen Plattdeutsch zu erhalten", meinte Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Ferneding. „Mit unseren Aktionen in diesem Jahr wollen wir dazu beitragen."

„Ich bin en Urplattdütscher", begann Schirmherr Hans-Heinrich Ehlen, Minister auch für den ländlichen Raum, seine humorvolle Rede. Das Plattdeutsche sei ihm eine Herzensangelegenheit, er spreche viel Platt: zu Hause, unterwegs mit seinem Fahrer, aber auch im Landtag. Mit dem Platt komme ein Stück Geborgenheit über. Außerdem könne man auf Platt vieles besser als auf Hochdeutsch sagen.

Feierlich übergaben Steinfelds Bürgermeister Herbert Kruse, Gemeindedirektor Peter Möllmann und der Vorsitzende des Plattdütschen Krings, Rudi Timphus, mit einem Holzschild symbolisch das „plattdütsche Johr" an Ludger Mayhaus und Bernhard Ferneding.

Ein plattdeutsches Kulturprogramm vom Feinsten, das Kaplan Wolfgang Pille moderierte, wartete dann auf die Gäste. Mit dabei waren Kindergartenkinder sowie die Singklasse und Musik AG der Grundschule mit plattdeutschen Liedern. Tanzdarbietungen waren von den „Tanzmäusen der DJK Garrel" und der Volkstanzgruppe des Heimatvereins zu sehen. Plattdeutschen Gesang stellte der Männergesangverein Nikolausdorf vor. Maria Blömer -Autorin des plattdütschen Krings - gab Dönkes zum Besten. Auch die Jagdhornbläser des Hegerings waren gekommen. Walburga Rolfes, Alfons Abeln und Richard Cloppenburg von der Theatergruppe der Kolpingfamilie hatten in einem plattdeutschen Sketch einiges für die Lachmuskeln mitgebracht.

In Garrel stehen in den kommenden Monaten mehrere Veranstaltungen in plattdeutscher Sprache an. Am 26. April startet beim Bildungswerk ein Kursus „Plattdeutsch für Anfänger". Bei den Kulturtagen im September wird die Gruppe „Wunnerwark" auftreten. Im Burnmuseum in Nikolausdorf stehen Führungen auf

Plattdeutsch an. In den Kirchen sollen einige plattdeutsche Gottesdienste gefeiert werden. Ein plattdeutscher Heimatabend mit Kindern der Garreler Schulen soll am 26. November stattfinden.


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