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"Münsterländische Tageszeitung"  vom 23.06.2007

Weniger Fisch, aber viel mehr Autos
 

Garreler Heimatverein hatte einen Ausflug nach Bremerhaven organisiert

 

Garrel (hög) – „Bremerhaven war eine Reise wert“, meinten 33 Garreler Heimatfreunde nach einer erlebnisreichen Tagesfahrt. Fischereihafen, Container-Terminal und das Auswandererhaus standen im Mittelpunkt der Besichtigungen in der 120000-Einwohner-Stadt.
Im Fischereihafen hatten die Reisefreunde Gelegenheit, sich umfassend über die Verarbeitung von Fisch und den regen Handel mit dem beliebten Nahrungsmittel zu informieren. „Der Fisch muss glänzen“, wies der Reiseführer auf das Merkmal von Frische und Qualität hin. Die Garreler erfuhren aber auch, dass der Handel den Kunden durch unklare Etiketten-Formulierungen zu täuschen weiß. So heißt „nach Matjesart“, dass es sich bei dem Angebot eben nicht um „echte Matjes“ handelt.

War Bremerhaven früher der führende Fischereihafen des Kontinents, hat die Stadt diesen Status längst eingebüßt. Gab es hier in den besseren Zeiten bis zu 50000 Menschen, die „mit Fisch“ ihr Geld verdienten, sind es heute noch 8000. Trotzdem ist dieser Bereich der größte Arbeitgeber der Stadt geblieben.
Den Wandel im Geschäft mit dem Fisch bedauerte der Reiseführer: Heute wird der Fang überwiegend aus anderen Häfen und anderen Ländern in Bremerhaven angelandet. Auch dass die Fischgründe immer mehr ausgeplündert und sogar während der Laichzeiten Netze ausgeworfen werden, passt nach Meinung des Informanten nicht zu einem verantwortungsbewussten Handeln.
Erstaunt waren Garrels Heimatfreunde über die Entwicklung Bremerhavens zur zweitgrößten Automobildrehscheibe in Europa: Täglich mehr als 5000 und jährlich bis zu zwei Millionen Kraftfahrzeuge werden hier verladen und in alle Welt verschifft. Die Hafenflächen bieten insgesamt Platz für 115000 Autos, die darauf warten, in die geräumigen „Bäuche“ der Schiffe gefahren zu werden. „Es gibt Schiffe, die können bis zu 8000 Fahrzeuge aufnehmen“, erfuhren die Besucher.
Auf dem Gelände des Containerhafens wird 360 Tage im Jahr gearbeitet. An der 3,5 Kilometer langen Kaje werden bis zu vier Millionen Container im Jahr umgeschlagen. Arbeitsplätze gibt es hier dennoch nur relativ wenige, denn alles läuft hochtechnisiert und über Computer oder Satelliten gesteuert nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit ab.
Dritte Anlaufstelle war für die Mitglieder des Garreler Heimatvereins das Auswandererhaus, das gerade zum „Museum 2007“ gewählt worden ist. Hier konnten sich die Besucher auf die Spuren von Auswanderern begeben und mitverfolgen, mit welchen Schwierigkeiten die Menschen zu kämpfen und ob sie in der „Neuen Welt“ ihr Glück gefunden hatten. Begeistert waren die Gäste von der naturgetreuen Nachbildung vieler Stationen und Situationen beispielsweise auf den Schiffen der damaligen Zeit. Wer mochte, konnte sogar selbst nach ausgewanderten Vorfahren recherchieren.

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